IG-Gartenfreunde e.V.
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Für mich soll's Rosen regnen...

Eigentlich heißt es ja, es soll rote Rosen regnen – aber leider passen die nicht ganz in mein Gartenfarbschema. Meine große Rosenleidenschaft sind die sogenannten historischen Rosen. Was bedeutet das genau? Diese Rosen sind laut Definition bereits vor 1867 kultiviert worden und zeichnen sich meist durch einen wunderbar intensiven Duft aus. Sehr viele dieser Rosen remontieren nicht, d.h. sie blühen nur einmal, dafür aber oft für mehrere Wochen. Es gibt allerdings auch einige, die mehrmals blühen – dann allerdings meist nicht mehr so spektakulär wie in der Hauptblüte. Diese wurden dann ab Ende des 1800 Jahrhunderts gezüchtet. Die meist schalenförmigen Blüten haben die Farben Weiß, Rosa, Pastell oder Purpur und sind dicht gefüllt. Die Sträucher sind meistens kompakt. Aber das Highlight ist und bleibt für mich der Duft.

Was ist der Reiz dieser Rosen? Zum einen sind die meisten gar nicht so kompliziert, viele benötigen nur einen leichten Rückschnitt nach der Blüte um den Strauch in Form zu halten. Dann sind sie auch sehr robust – der späte Frost in diesem Jahr hat meinen alten Rosen überhaupt nichts ausgemacht. Die meisten von ihnen sind schöne große Büsche, bei mir auch nicht anfällig für die diversen Rosenkrankheiten wir Sternrußtau oder Mehltau. Aber das kann auch an der Lage meines Gartens liegen, hier weht immer ein Lüftchen.

Ich kann gar nicht mehr genau sagen, ab wann ich den historischen Rosen verfallen bin, es ist auf jeden Fall unheilbar…. Angefangen hatte es mit der Rose de Resht (1880), einer Damaszenerrose, die auch mehrmals blüht. Eine wunderbare Farbe, beschrieben mit Purpurrot und natürlich diesem wunderbar intensiven Duft. Eine richtige Anfängerrose. Damaszenerrosen wurden früher auch zur Rosenölherstellung genutzt.

Dazu kam eine Moosrose Salet (1854), die auch öfterblühend ist und eine wirklich tolle Rose. Der Duft ist frisch und intensiv, die Rose hat ein sog. Auge und ist einfach nur wunderschön. An Moosrosen ist halt dieser würzige Duft der Öldrüsen, die die Blüte und den Stängel wir bemoost aussehen lassen, das besondere I-Tüpfelchen.

Eine meiner großen Lieblinge, und das kann man wörtlich nehmen, ist die Variegeta di Bologna. Diese Rose ist sicherlich 1,80 hoch und fast genauso breit. Wunderbare weiß-rosa gestreifte Blüten, über den Duft muss ich ja nichts mehr schreiben – einfach nur typisch alte Rose.

Aus diesen ersten Rosen ist jetzt eine kleine Sammlung entstanden, im Juni ist der Garten ein Blütenmeer und bei Windstille hängt darin dieser betörende Rosenduft , der einen umfängt – was will das Gärtnerinnenherz mehr?

Mit diesem Beitrag will ich die Angst vor Rosen nehmen und eine Lanze brechen für die Rosen, die halt nicht im Standardsortiment der Gartencenter sind. Es gibt tolle Rosenhändler, über die man viele dieser alten Schätze im Internet kaufen kann – da beziehe ich auch die meisten meiner Rosen. Und wer einmal von dem Virus befallen wurde, kommt nicht mehr davon los.

Barbara Schramm

"Moderne Rosen"

Die Zeit der "Modernen Rosen" beginnt im Jahr 1867 mit der Edelrose "La France", der 1. Teehybride. In Frankreich ist es gelungen, eine winterharte, remontierende (dauerblühende) Rose zu züchten, die gleichzeitig die Eleganz der alten Rosen hat.

Eine besondere Rolle in der Entwicklung der Rose spielte Anfang des 19. Jahrhunderts die Gattin Napoleons, Kaiserin Joséphine, die in ihren Anwesen bei Paris, "Malmaison", die erste und größte Rosensammlung der Geschichte besaß. Frankreich entwickelte sich in dieser Zeit zu einem Zentrum der Rosenkultur. Um Paris setzte rege Züchtertätigkeit ein:  die empfindlichen farbenfrohen asiatischen Rosen, blütenreich und lange blühend,  wurden mit den abgehärteten alten europäischen Rosen gekreuzt. Es entstanden immer mehr Sorten. Sie ergänzten Joséphines Sammlung.  Die Kaiserin hatte damit das Interesse für Rosen in der Gartenkultur geweckt.
Beim Erwerb von "Malmaison" gab es in Europa ca. 40 Rosensorten - am Ende blühten dort über 250 Sorten.
Gute Zuchtergebnisse erreichte auch ein Mann aus unserer Region: Peter Lambert aus Trier. Auch er war es, der um 1900 den Vorschlag unterbreitete, ein Rosarium anzulegen, zur Sammlung alter, vom Aussterben bedrohter Sorten. Es eröffnete 1903 in Sangerhausen und beherbergt die größte Rosensammlung der Welt.
Rege Züchtertätigkeit herrschte natürlich auch im 20. Jahrhundert mit dem Ziel, Sorten zu erreichen, die weitestgehend gegen Pilzkrankheiten, zum Beispiel Sternrußtau, resistent sind.

Brunhilde Gorges

Pflege der Rosen

Rosen fühlen sich an einem sonnigen, luftigen Standort,  auf humosem,  leicht lehmigen Boden besonders wohl. Die Sortenauswahl entscheidet den Pflegeaufwand. Es empfiehlt sich, beim Kauf auf das "ADR"- Qualitätssiegel zu achten. Die beste Pflanzzeit ist der Herbst. Ich bevorzuge wurzelnackte Pflanzen statt Containerware.

Im zeitigen Frühjahr (März) wird die Pflanzfläche mit einem organischen Dünger, z.B. Kompost, ausreichend versorgt. Man kann natürlich auch einen mineralischen Dünger nach Angaben auf der Verpackung verwenden. Im April, zur Zeit der Forsythienblüte, werden die Rosen geschnitten und langsam abgehäufelt. Alte, kranke und erfrorene Triebe werden immer entfernt, auch das Schnittgut und heruntergefallene Blätter sollten aufgesammelt und in der Mülltonne entsorgt werden. Man beachte die Gefahr der Krankheitsübertragung. Ggf. müssen Spritzmittel (z.B. Fungizide) etc. zum Einsatz kommen, sollte (wetterbedingt) ein zu starker Befall der typischen Pilzkrankheiten auftreten, was zu Blattfall führen würde.

Eine Nachversorgung mit Nährstoffen erfolgt im Sommer, jedoch nicht mehr später als Mitte/Ende Juli, damit die Triebe noch reichlich Winterhärte erlangen können und nicht noch durch Stickstoffgaben zum Wachsen angeregt werden. Später kann man allenfalls noch eine Kaliumdüngung verabreichen; Kalium fördert die Winterhärte. Der Sommerschnitt beinhaltet immer das Abschneiden des Verblühten unter dem zweiten fünfteiligen Blatt. Dann hat die Blume weniger Probleme, erneut zur Blüte zu kommen.

Ende Oktober werden die Rosen angehäufelt; hauptsächlich die Veredelungsstelle muss geschützt werden. Selbst, wenn der Rest der Rose stark zurück friert, kann daraus der Neuaustrieb im nächsten Frühjahr erfolgen. Je nach Standort können zusätzlich Tannenzweige als Winterschutz verwendet werden.

Es versteht sich von selbst, dass der Boden regelmäßig gehackt und Unkraut entfernt werden soll. Rosen vertragen auch keine Konkurrenz; das heißt: keine Unterpflanzungen von z.B. Bodendeckern.

Viel Spaß mit Ihren Rosen!

Brunhilde Gorges

Staude des Jahres 2017 – die Bergenie

Im Blühreigen des Frühlings gesellen sich zu den Geophyten auch schon zahlreiche Stauden, so die Staude des Jahres 2017, die Bergenie, ein Steinbrechgewächs. Eigentlich eine klassische Blattschmuckstaude wie die Hosta oder Heuchera. Sie überzeugt durch ihre vielseitige Verwendbarkeit, durch geringe Ansprüche und beschenkt uns oft mit wunderbarer Herbstfärbung und oft auch remontierender Blüten. Dabei bleibt sie auch im Winter noch einigermaßen ansehnlich. Die aus den gebirgigen Regionen Zentral- und Ostasiens stammende Gattung birgt etliche Arten und Sorten. Es gibt nicht nur die purpurblühende robuste Bergeniacordofolia "Purpurea", die wohl in jedem unserer Gärten ein Zuhause gefunden hat. Bei den Blüten finden sich rosa und weisse, rote und Purpur Töne. Weiße bis rosa Blüten machen durch die dunklen Kelch- und Fruchtblätter eher nicht so viel her.

Es sind Schätze zum genaueren Hinsehen. Aber welche leidenschaftliche Gärtnerin oder Gärtner tut das nicht zwischen all dem Ackern und Rackern im geliebten Garten?