IG-GARTENFREUNDE e.V.
Gisela Rommelfanger
Gartenstr. 12
54316 Pluwig
Tel: 06588 7650
info@ig-gartenfreunde.de

Staude des Jahres 2019: die Edeldisteln

Nun werden wir als versierte Gärtnerinnen das ganze Jahr begleitet: vom „Mannstreu“. Wer will uns leidenschaftliche Gärtnerinnen denn da bezirzen und verzaubern? Eine Edeldistel soll es sein. Darunter fallen auch die Eryngium als Gattung und eine speziell aus dieser Gruppe ist das „Mannstreu“ Eryngiumcampestre – also Felddistel. Na toll. Eine Anwendung aus dieser Pflanze als Liebeszauber und Aphrodisiakum soll wirken. Ist die Frage nur, wer es nehmen muss? Die Frauen, damit die Männer sich verhaken oder die Männer, damit die Frauen kleben bleiben?

Edeldistel, Foto von Uta Mieden

Disteln erwecken erst einmal keine Begeisterungsstürme; wenn man sie in Gartennähe sieht, macht sich gleich Panik breit angesichts der immensen Flugfähigkeit der Samen, die garantiert auch im eigenen Garten landen. Aber besonders landen auf der Blüte Insekten, ein wahrer Magnet. Und ist die Blüte und auch die Pflanze nicht wunderschön, bewehrt mit Dornen, kräftigen Stängeln und dem Körbchen voll mit lila Röhrenblütchen.

Die gärtnerisch kultivierten Disteln umfassen eine Vielzahl von Arten und Gattungen. In meinem Garten befinden sich auch ein paar: das Mannstreu Eryngiumplanum `Blaukappe` und eine Kugeldistel Echinops ohne Namen

Das Mannstreu bleibt eher seinem Standort treu. Es samt sich aus, bleibt aber in einem Umkreis von ein paar Metern und schaut zwischen anderen Stauden hindurch, wenn die Höhenverhältnisse stimmen. Mit seinem halben Meter möchte es an die Sonne und nicht zwischen hohen Stauden kümmern. Die Blüte ist strahlend blau und die Stiele leuchten in weiß-grau. Die gigantische Echinops hingegen schart selbstverständlich ihre Sämlinge um sich. Sie schaffen aber auch einen weiteren Weg, und wie alle Disteln, lassen sie sich nicht so schnell entwurzeln, sodass sie mit ihrer imposanten Statur sich, mir nichts dir nichts, an drei Stellen im Garten festgesetzt haben. Sollen sie! Mittlerweile weiß ich, wie ich sie im Zaum halten kann. Ich nehme rechtzeitig die kugeligen Blütenköpfe ab, die in einem hellblauen Ton geblüht haben (es gibt kräftigere Blütenfarben) und arrangiere sie dekorativ im Haus! Und sie kommen danach auch nicht auf den Kompost. Immer wieder findet ein Same seinen Platz, aber mittlerweile erkenne ich sie gut. Obwohl sie hübsch aussehen, wenn sie im ersten Jahr ihre bodennahen Rosetten ausbilden, grabe ich sie aus. Auf Pflanzenbörsen will sie bedauerlicherweise niemand haben.

Dann hat noch eine Morina longifolia (Nepal-Kardendistel) den Weg zu mir gefunden und – hat sich gleich wieder verabschiedet, muss ich leider sagen. Sie hat mich im Garten von Berchigranges mit ihren wunderbaren rosaweißen Blüten derart betört, dass ich mir ein Exemplar besorgt habe. Sie wird sinnigerweise auch Elfendistel genannt. Ich habe sie geteilt und leider hat keins der beiden den trockenen Sommer überlebt, was sehr seltsam ist, denn sie (und die weiteren Distelarten) werden als Pflanzen genannt, die dem Klimawandel standhalten können. Nun werde ich es mit Samen versuchen und diese Elfen auch in meinem Garten heimisch machen.

Uta Mieden

Schwarzer Holunder

Den heimischen Strauch ˈsambucus nigraˈ schätzten schon die Germanen als heilige Pflanze, die Haus und Hof beschützte.

Es gab eine Zeit, da mochte ich Holunder nicht. Eine reale Begründung dafür gab es nicht. Glücklicherweise hat sich das Blatt gewendet in totale Begeisterung. Und lange hat es gedauert, bis ein Holunderstrauch in unseren Garten fand. Ich könnte sagen, unser Garten ist klein, ist zu voll. Jedoch heute ist das nur eine Ausrede. Für mich gehörte er stets in die freie Natur. Als dann ein alter Baum zusammenfiel, hatten wir den idealen Platz für unseren Holunderstrauch.

Den inzwischen stattlichen Strauch müssen wir in jedem Jahr zurückschneiden, denn unser Garten ist nicht groß genug für alle Wünsche. Aber der Schönheit und dem Nutzen tut diese Tatsache keinen Abbruch. Zumal der Rückschnitt genutzt werden kann als Brutröhrchen inklusive Nahrung für die Wildbienen. Die Blüten und Früchte teilen wir mit den Vögeln. Wir haben mit diesen ein Abkommen, dass es nur in jedem zweiten Jahr viele Früchte gibt. Denn ein Jahr ernten wir die Blütendolden – nur einige wenige lassen wir ausreifen - im anderen Jahr die Früchte. Ergänzen möchte ich, dass die Blüten nicht nur von mir sehr begehrt sind, auch die Insekten laben sich daran.

Hollunder, Foto von Gisela Rommelfanger

Im Jahr der Blütendolden stelle ich leckeren Holunderblütensirup her, und auch einige Gläser Holunderblütensirup. Fällt die Ernte zu gering aus, wird sie in der freien Natur ein wenig aufgestockt, ohne die Büsche kahl zu pflücken. Einige wenige Dolden müssen für Hollerküchlein herhalten, Holunderblütendolden durch Teig gezogen und ausgebacken - eine Köstlichkeit. Wenn es genügend Früchte im Garten und an den Feldrändern gibt, kochen wir Holundersaft und Holundergelee.

Holunderblütensirup

  • 25 Blütendolden
    über Nacht auf einem weißen Tuch draußen, z.B. auf einem Tisch, idealerweise überdacht, ausbreiten. Die kleinen schwarzen Insekten in den Dolden krabbeln freiwillig ins Freie. So müssen die zarten Blüten nicht gewaschen werden. Danach diese in ein Gefäß füllen.
  • 1 kg Zucker in
  • 1 l Wasser erhitzen bis er sich aufgelöst hat (Läuterzucker). Über die Dolden gießen, mit
  • 2 in Scheiben geschnittenen Limetten bedecken.
  • Zugedeckt 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Die Flüssigkeit durch ein Sieb mit eingelegtem Mulltuch ablaufen lassen, erhitzen und in Flaschen abfüllen.

Gisela Rommelfanger

"Moderne Rosen"

Die Zeit der "Modernen Rosen" beginnt im Jahr 1867 mit der Edelrose "La France", der 1. Teehybride. In Frankreich ist es gelungen, eine winterharte, remontierende (dauerblühende) Rose zu züchten, die gleichzeitig die Eleganz der alten Rosen hat.

Eine besondere Rolle in der Entwicklung der Rose spielte Anfang des 19. Jahrhunderts die Gattin Napoleons, Kaiserin Joséphine, die in ihren Anwesen bei Paris, "Malmaison", die erste und größte Rosensammlung der Geschichte besaß. Frankreich entwickelte sich in dieser Zeit zu einem Zentrum der Rosenkultur. Um Paris setzte rege Züchtertätigkeit ein:  die empfindlichen farbenfrohen asiatischen Rosen, blütenreich und lange blühend,  wurden mit den abgehärteten alten europäischen Rosen gekreuzt. Es entstanden immer mehr Sorten. Sie ergänzten Joséphines Sammlung.  Die Kaiserin hatte damit das Interesse für Rosen in der Gartenkultur geweckt.
Beim Erwerb von "Malmaison" gab es in Europa ca. 40 Rosensorten - am Ende blühten dort über 250 Sorten.

Gute Zuchtergebnisse erreichte auch ein Mann aus unserer Region: Peter Lambert aus Trier. Auch er war es, der um 1900 den Vorschlag unterbreitete, ein Rosarium anzulegen, zur Sammlung alter, vom Aussterben bedrohter Sorten. Es eröffnete 1903 in Sangerhausen und beherbergt die größte Rosensammlung der Welt.
Rege Züchtertätigkeit herrschte natürlich auch im 20. Jahrhundert mit dem Ziel, Sorten zu erreichen, die weitestgehend gegen Pilzkrankheiten, zum Beispiel Sternrußtau, resistent sind.

Brunhilde Gorges

Pflege der Rosen

Rosen fühlen sich an einem sonnigen, luftigen Standort,  auf humosem,  leicht lehmigen Boden besonders wohl. Die Sortenauswahl entscheidet den Pflegeaufwand. Es empfiehlt sich, beim Kauf auf das "ADR"- Qualitätssiegel zu achten. Die beste Pflanzzeit ist der Herbst. Ich bevorzuge wurzelnackte Pflanzen statt Containerware.

Im zeitigen Frühjahr (März) wird die Pflanzfläche mit einem organischen Dünger, z.B. Kompost, ausreichend versorgt. Man kann natürlich auch einen mineralischen Dünger nach Angaben auf der Verpackung verwenden. Im April, zur Zeit der Forsythienblüte, werden die Rosen geschnitten und langsam abgehäufelt. Alte, kranke und erfrorene Triebe werden immer entfernt, auch das Schnittgut und heruntergefallene Blätter sollten aufgesammelt und in der Mülltonne entsorgt werden. Man beachte die Gefahr der Krankheitsübertragung. Ggf. müssen Spritzmittel (z.B. Fungizide) etc. zum Einsatz kommen, sollte (wetterbedingt) ein zu starker Befall der typischen Pilzkrankheiten auftreten, was zu Blattfall führen würde.

Eine Nachversorgung mit Nährstoffen erfolgt im Sommer, jedoch nicht mehr später als Mitte/Ende Juli, damit die Triebe noch reichlich Winterhärte erlangen können und nicht noch durch Stickstoffgaben zum Wachsen angeregt werden. Später kann man allenfalls noch eine Kaliumdüngung verabreichen; Kalium fördert die Winterhärte. Der Sommerschnitt beinhaltet immer das Abschneiden des Verblühten unter dem zweiten fünfteiligen Blatt. Dann hat die Blume weniger Probleme, erneut zur Blüte zu kommen.

Ende Oktober werden die Rosen angehäufelt; hauptsächlich die Veredelungsstelle muss geschützt werden. Selbst, wenn der Rest der Rose stark zurück friert, kann daraus der Neuaustrieb im nächsten Frühjahr erfolgen. Je nach Standort können zusätzlich Tannenzweige als Winterschutz verwendet werden.

Es versteht sich von selbst, dass der Boden regelmäßig gehackt und Unkraut entfernt werden soll. Rosen vertragen auch keine Konkurrenz; das heißt: keine Unterpflanzungen von z.B. Bodendeckern.

Viel Spaß mit Ihren Rosen!

Brunhilde Gorges

Rosarium Uetersen, Foto von Dagmar Weber